
Gunter Sachs: "Ich war fassungslos. Stellen Sie sich mal vor: Ein Fremder geht mit meinem Computer in den Laden. Er kriegt sofort Zugriff auf meine Festplatte, meine Geschäftsbriefe, meine privaten Mails und Unterlagen. Ich habe darüber mit Industriellen und Bankiers in meinem Bekanntenkreis gesprochen. Alle sind erschüttert. Wenn man – ohne sich auszuweisen – einfach ein neues Passwort bekommt, ist das eine Einladung für Datenspione und Diebe." Empört testet er mit Hilfe von drei Mitarbeitern, ob es sich nur um einen vereinzelten, zu vertrauenswürdigen Apple-Mitarbeiter handelte oder es auch in anderen Apple Stores so einfach ist, das Passwort zurückgesetzt zu bekommen ohne sich auszuweisen. Er schickt seine Mitarbeiter also in drei Apple Stores in München, Zürich und New York – nicht damit diese sich die neusten Apple Angebote zeigen lassen, sondern um sich Apple Notebooks knacken zu lassen. Das Ergebnis: alle Mitarbeiter bekamen ohne Frage nach ihrer Identität ein neues Passwort für das vorgelegte MacBook.
Apple Sprecher Georg Albrecht äußert sich zu dem Vorfall so: "Wenn ein Kunde mit einem Rechner zu uns kommt und sein Passwort nicht mehr weiß, überprüfen wir anhand der Seriennummer, ob er bei uns im System registriert ist. So können wir sehen, ob seine Angaben stimmen."
Gunter Sachs hat inzwischen seine Anwälte in München und New York eingeschaltet.
Unsere Meinung: viel Trubel um nichts! Der Passwortschutz eines Rechners (egal ob Mac oder Windows) ist ohnehin leicht zu knacken – auch ohne die Hilfe des Apple-Stores. Man muss bei Apple zum Beispiel nur die Installations-DVD von Mac OS X einlegen, damit den Mac starten und schon kann das Passwort selbst zurücksetzt werden.
Das war geschehen: kurz vor Weihnachten ging Gunter Sachs in den Apple Store München, weil er sein altes Passwort vergessen hatte und sich nicht mehr anmelden an seinem Rechner konnte. Der prominente Mann nannte also seinen Namen und wurde prompt zu einem jungen Techniker der Genius-Bar gebracht. Dieser schloss sein Macbook Air an ein Gerät an und setzte das Passwort zurück. Daraufhin bat er Gunter Sachs ein neues Passwort einzugeben und dies ein zweites Mal zu wiederholen, um sicher zu stellen, dass er das neue Passwort richtig geschrieben hat. Und schon hatte der Multimillionär wieder Zugang zu seinem Mac. Das ging schnell und einfach. Verwundert fragte Gunter Sachs den Techniker daraufhin, ob dieser nicht seinen Ausweis oder vielleicht eine Rechnung sehen möchte, um nachzuweisen, dass er wirklich der Besitzer des Computers sei. Doch der Apple Techniker verneinte mit den Worten "O nein! Apple vertraut auf das Gute im Menschen!".

© marcopako 
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